Aufgabenstellung
Die Wandtafel, die für einen Seminarraum der Heilpraktikerschule gedacht ist, soll dort an einer zentralen Stelle für die Besucher und Seminarteilnehmer die Vielfalt der dort unterrichteten heilkundlichen Methoden darstellen. Ziel und Wunsch der Heilpraktikerschule ist eine informative und ästhetische Darstellung. Die Bilder sollen die Texte auflockern und die Texte wiederum die Bilder gut beschreiben, sodass auch neue Besucher auf angenehme Weise Informationen aufnehmen können.
Da die Schule einen neuen Namen bekommen hat, werden zwei Hinweisschilder aus Aluminium mit diesem neuen Namen benötigt. Die eine Aluminiumtafel ist für den Außenbereich gedacht und wird von uns aus diesem Grunde lackiert. Die zweite Tafel wird von innen an der verglasten Eingangstür befestigt und wird mit Folie beklebt.
Planungsphase
Zu Beginn überlegten wir uns, welche Themen auf welche Weise gestaltet werden könnten. Wir holten uns im Gespräch mit dem Leiter der Heilpraktikerschule umfassende Informationen zu möglichen Themen der Wandgestaltung ein.
Arbeitsbeginn
Die praktische Arbeit begann mit der Auswahl einer Holzplatte. Wir wählten eine Platte mit ausreichender Stabilität. In diese Platte frästen wir Vertiefungen hinein, um die Konturen der einzelnen Felder darzustellen. Die Kanten der Vertiefungen schliffen wir ab. Danach spachtelten wir die Oberfläche, um einen glatten Untergrund zu bekommen. Die gespachtelten Flächen wurden geschliffen und Allgrund als Grundierung aufgestrichen. Nach der Trocknung beschichteten wir die Flächen ein zweites Mal mit Allgrund, diesmal im Spritzverfahren. Als Zwischenschritt schliffen wir die Platte mit feinerem Schleifpapier noch einmal. Anschließend strichen wir einen Teil der Tafel mit Dispersionsfarbe, auf den anderen Teil trugen wir schwarzen Lack im Spritzverfahren auf.
Computer und Plotter
Am Computer konstruierten wir zunächst die Platte im 1:1-Maßstab. Wir wollten die Texte und die dazugehörigen Bilder möglichst harmonisch anordnen.
Vergoldung auf dem Feld „fünf Elemente“
Die für das Vergolden vorgesehene Stelle bestrichen wir zuerst mit Leimtränke. Danach strichen wir eine Schicht Bergkreide auf und hinterher mehrere Schichten Weißgrund. Nach Fertigstellung dieser Beschichtung schliffen wir mit Schleifpapier der Stärke 150 und anschließend mit feinerem Schleifpapier der Stärke 240. Nach diesem Feinschliff des Weißgrundes trugen wir auf den Stellen, die echt Gold und Silber erhalten sollten, eine Schicht gelbes Poliment auf. Als Abschluss bestrichen wir die Fläche mit rotem Poliment.
Lackschliff auf dem Feld „Biochemie“
Für den Lackschliff klebten wir zuerst die dafür vorbereitete Folie auf. Wir deckten die um die Folie herumliegenden Bereiche mit Zeitungspapier ab, um den Lack darunter vor Kratzern zu schützen. Nun streuten wir etwas Bimssteinpulver auf den Schriftzug. Das Pulver verrieben wir zuerst mit dem Finger auf dem Lack, anschließend auch mit dem Pinsel, um die Ecken zu schleifen. Danach wischten wir das überschüssige Pulver mit einem feuchten Tuch ab und entfernten die Folie.
Schrift-Airbrush auf den Feldern „Biochemie“ und „Wirbelsäule“
Auch hier deckten wir den Bereich um die vorher aufgeklebte Lackierfolie mit Zeitungspapier ab, damit der Sprühnebel dort nicht den Untergrund erreichte. Wir sprühten weiße Airbrushfarbe mit der Airbrushpistole gleichmäßig auf. Danach ließen wir die Farbe trocknen und zogen die Folie ab.
Airbrushbilder für die Felder „Akupunkturpunkte“ und „Blütenessenzen“
Für diese Bilder klebten wir die von Hand geschnittenen und nicht ausgehobenen Folien auf. Dann schützten wir wieder die umliegenden Flächen mit Zeitungspapier vor dem Sprühnebel. Wir verwendeten eine Auswahl mehrerer Airbrushfarben, die wir mit der Airbrushpistole auf den vorbereiteten Untergrund sprühten.
Beschriftung des Feldes „Fünf Elemente“ mit der Frakturschrift
Linierungen auf dem Feld „Fünf Elemente“
Plastisches Malen der Wirbelsäule
Als Vorlage benutzten wir wieder eine ausgeradelte Papiervorlage, mit der wir die Umrisse der Wirbelsäule aufpausten. Dann musste eine passende Farbe für den Knochen und die passenden Licht- und Schattenfarben aus Dispersionsfarbe gemischt werden. Wir trugen die gemischte Grundfarbe für Knochen zunächst ganzflächig auf die gesamte Wirbelsäule auf. Nach Trocknung der Farbe pausten wir mit der Vorlage auch die inneren Linien auf. Nun konnten wir beginnen, die Schattierungen und das Licht zu malen, um die Wirbelsäule plastisch wirken zu lassen. Die Schattierungen und das Licht mussten, solange die Farbe noch nass war, gut eingearbeitet werden, sonst würde das Ganze abgestuft und unnatürlich wirken.
Schwammeln auf dem Feld „Fünf Elemente“
Zum Schwammeln benutzten wir einen Naturschwamm und mit destilliertem Wasser vermischtes Goldpulver.
Hinterglasvergoldung und Montierung auf dem Feld „Biochemie“
Zuerst klebten wir Lackierfolie auf das Glas, um saubere Konturen zu bekommen. Dann strichen wir Mixtion als Haftmittel für das Gold mit einem weichen Pinsel auf. Die Mixtion muss gleichmäßig aufgetragen werden, da ungleichmäßiger Auftrag zu sehen ist. Wir warteten, bis die Mixtion soweit getrocknet war, dass man das Gold auflegen konnte. Nach dem Auflegen des Goldes überstrichen wir es mit gelbem Lack und zogen zuletzt die Lackierfolie ab. Um die fertigen Hinterglasvergoldungen an der Platte zu montieren, bohrten wir Löcher, deren Position wir vorher ausgemessen hatten und montierten die Glasplatten mit Schrauben auf der Holzplatte. Dabei benutzten wir Abstandhalter, damit die Platten nicht direkt auf dem Untergrund auflagen.
Schablonieren auf dem Feld „Blütenessenzen“
Um das Motiv auf den Untergrund zu bringen, benutzten wir einen Stupfpinsel und Lack. Wir stupften mit wenig Farbe im Pinsel über die Schablone, sodass an den ausgeschnittenen Stellen das Motiv durchkam.
Pinseldruck auf dem Feld „Akupunkturpunkte und Meridiane“
Für den Pinseldruck fertigten wir zuerst einen Entwurf an. Nach dieser Vorlage wollten wir dann auf der Fläche arbeiten. Wir benutzten für den Pinseldruck das vorher schon verwendete Goldpulver, sowie einen Pinsel, dessen Haare immer wieder zu einer Spitze zusammenlaufen, wenn er nicht aufgedrückt wird. Durch Andrücken und Druckverminderung mit diesem Pinsel entstehen die Formen und Muster bei dieser Technik.
Überschrift auf dem Feld „Wirbelsäule“
Auch für diese Überschrift verwendeten wir Goldpulver, damit die Felder zusammen ein Gesamtbild ergeben.
Modlertechnik für das Feld „Wirbelsäule“
Als kunsthandwerkliche Verzierung wählten wir für dieses Feld die Modlertechnik. Wir klebten die Flächen, die wir mit dieser Technik gestalten wollten, am Rand mit Klebeband ab. Dies strichen wir am inneren Rand mit der Untergrundfarbe ein, damit die Farbe beim Modlern nicht unter das Klebeband läuft. Wir wählten für diese Flächen eine ockerfarbene Dispersionsfarbe mit einer geringen Beimischung von Goldpulver. Die Farbe verdünnten wir stark und wir benutzten zum Auftragen einen flachen Pinsel. In dieser Technik fährt man mit dem Pinsel an einem Lineal entlang und streicht so die Schichten übereinander. Dadurch entsteht der lasierende Hell-Dunkel-Effekt.
Die Aluminiumtafeln
Für das Hinweisschild im Außenbereich hatten wir eine Lackierung vorgesehen. Zunächst bohrten wir in die Aluminiumtafel Löcher zur Befestigung. Anschließend grundierten wir die Tafel mit Allgrund. Für die Schlusslackierung wählten wir weißen, matten Alkydharzlack. Danach klebten wir die dunkelrote Folie mit dem Logo und dem Schriftzug auf die fertig lackierte Aluminiumtafel. |