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2006 / 07 Maler, Vergolder
& Schriftdesign
Abschlussprojekt
Zeitliche Darstellung der Entstehung kunsthandwerklicher Techniken

Zeitliche Darstellung der Entstehung kunsthandwerklicher Techniken

Projektinhalt
Unser Ziel war es, ein Abschlussprojekt zu erstellen, das im Gegensatz zu früheren Arbeiten, näher am Schulgeschehen steht, und zwar inhaltlich und räumlich. Eine Darstellung der Entstehung bzw. Entwicklung der kunsthandwerklichen Techniken auf einer Wandfläche direkt im Schulgebäude erschien uns als kompatible Lösung. Zum einen dient diese Gestaltung gewissermaßen als Repräsentation der Schule für Besucher, zum anderen als Information und Leitbild für Schüler und Lehrer.

Entwurf
Die Hauptüberlegung war, wie es möglich ist die vielen verschiedenen kunsthandwerkliche Techniken in einer in sich stimmigen Gestaltung darzustellen. Wir einigten uns auf einzelne Flächen auf der Wand, die wir zur besseren Orientierung und Übersichtlichkeit in Sparten (Leisten) aufteilten. Nach der Einteilung der kunsthandwerklichen Techniken in Sparten erarbeiteten wir eine mögliche zeitliche Einteilung nach ihrer Entstehung bzw. nach ihrer hauptsächlichen Anwendung.

Ausführung
Den „Startpunkt“ bildet die Malerleiste, auf der wir verschiedene Beschichtungsmittel einsetzten. Diese Beschichtungsmittel stellten wir nach bestem Wissen und Gewissen selbst her, also durch anteigen der Pigmente im Bindemittel und anschließende Verdünnung mit dem entsprechenden Verdünnungsmittel (in unseren Fällen mit Wasser). Hier sollen die verschiedenen Charaktere der Beschichtungsmittel dargestellt werden. Eine Beschichtung mit Ölfarbe beispielsweise ist nicht zu vergleichen mit einer in Acryl. Verschiedene Trocknungseigenschaften und die Beschaffenheit der Bindemittel spielen hier eine Rolle für die unterschiedlichen Erscheinungsweisen. Diese Gegensätze wollen wir ersichtlich machen und zeigen, wie sich die Beschichtungsmittel von der früheren Leimfarbe bis hin zur heute häufig verwendeten Lackierung verändert und weiterentwickelt haben.
Vergolderleiste: Sie beginnt etwas später als die Malerleiste, da die Vergolderei sicherlich etwas später aufkam, allerdings ist das Besondere an ihr, dass sie sich sozusagen als Aorta durch die Gesamtgestaltung zieht, da sich dieses Handwerk seit Jahrtausenden grundsätzlich nicht verändert hat. Es gibt bis heute keine alternativen Methoden zu der herkömmlichen. Nur in den Verzierungstechniken gab es eine Entwicklung, welche wir auf verschiedenen Goldleisten darstellen. Ausgehend von diesen beiden Hauptleisten setzen nun die anderen ein.
Bei den händischen Techniken versuchten wir eine Entwicklung darzustellen, in dem wir uns beginnend von einfachen, klaren Linierungen, über dekorative Techniken wie Wickeln und Schwammeln bis hin zum relativ modernen Erscheinungsbild des Kammzuges steigerten.
Die Imitationsleiste stellte sich als besondere Herausforderung dar, da diese Art von Malerei nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bietet. Wir beginnen mit der uns aus der Vergolderei bekannten Marmorierung, die schon sehr früh Anwendung fand. Es folgen Steinimitationen, sowie der polierbare Kasein-Marmor. Heute ist die Airbrush-Technik eine beliebte Anwendungsweise der Imitations- und Trompe d’oeuil – Malerei, da mit ihr unvergleichbare täuschend echte Effekte zu erzielen sind.
Eine weitere Sparte, mit der wir uns auseinandersetzten ist die der verschiedenen Lackierungsmöglichkeiten. Wir wählten einige interessante Effektlackierungen für unsere Darstellung aus, ausgehend natürlich von der allseits bekannten einfarbigen Lackierung. Jede Alutafel wurde außerdem nach dem Trocknen mit Klarlack beschichtet.
Die zuletzt einsetzende Leiste ist die der Moderne. Wir versuchten, den Blick aus der Gegenwart in die Zukunft schweifen zu lassen und wählten einige moderne Formen der Wand- und Oberflächengestaltungen wie die Flip Flop Lackierung oder die einfache Beschichtung mittels einer Spraydose als letzte Steigerung der kunsthandwerklichen Techniken in die reduzierte Moderne.    

Um eine gewisse Konsequenz und Ruhe zu erhalten beschränkten wir uns auf die Farben hellgrün, dunkelgrün und blau, auch die Farben im Logo der Schnitzschule Elbigenalp   Die Wahl der Diagonalen als Seitenbegrenzungen der einzelnen Felder soll den Aufstieg und die Entwicklung ausdrücken. Als Merkmal der visuellen Kommunikation steht die Schräge nach rechts ansteigend für Hebung und somit für Weiterentwicklung. Des Weiteren berücksichtigten wir bei der Wahl des Flächenmaßes das Harmoniegesetz des Goldenen Schnittes um eine für den Betrachter optimale Wirkung unserer Gestaltung zu erzielen. 

Ziehen wir nun ein Fazit aus den letzten Monaten unserer gemeinsamen Arbeit, so können wir feststellen, dass viele Arbeiten doch mehr Zeit in Anspruch nehmen als man anfangs vermutet, vor allem was das Organisieren und die Zusammenstellung vieler Arbeiten und Gegenstände betrifft. Bis letztendlich alles bereitgestellt ist kann einige Zeit vergehen.
Natürlich werden die Nerven des Einzelnen und innerhalb der Gruppe auch immer wieder aufs Neue auf die Probe gestellt, allerdings lernten wir damit umzugehen und aufkommende Probleme gemeinschaftlich als Gruppe zu bewältigen.

Wir hoffen wir konnten ein auch für die Nachwelt interessantes und informatives Abschlussprojekt gestalten, das jedem ein wenig Freude bereitet.



Projektteam:
Gerrit Schweiger, Julia Röder, Clemens He
rburger

Begleitlehrer:
FL Andreas Rüf

 

Gerrit Schweiger

Gerrit Schweiger

Julia Röder

 

 

Julia Röder, Gerrit Schwaiger

Die Fachschule für Kunsthandwerk