4 Jahreszeiten

Bildhauer
Projektteam: David Sterzinger, Marc Hoehne, Ricarda Langhans, Gerold Leitner, Daniel Regensburger
Begleitlehrer: FL Josef Jehle

Projektinhalt

Die „Zirbengemeinde Jerzens“, eine Gemeinde im Pitztal, bat die Schnitzschule Elbigenalp in Form eines Auftrages darum, für sie einen Aussichtsturm im Dorfzentrum zu errichten.

Dieser Turm sollte eine Aussichtsplattform besitzen, auf die man mithilfe einer verzinkten Wendeltreppe, die sich im Inneren des Turmes befinden sollte, gelangen kann. Außen sollten auf den vier Seiten des runden Turmes die vier Lebenszeiten des Menschen neben den vier Lebensaltern der Zirbe dargestellt werden. Um den Lauf der Zeit und das Leben der Menschen neben der Natur zu verdeutlichen, ist es notwendig, dass die beiden Lebensformen, Mensch und Zirbe, jeweils im gleichen Lebenszeitabschnitt dargestellt werden sollten. Zielsetzung
Ein Ziel unseres Projektes war es, die Parallelen zwischen Natur und Mensch zu veranschaulichen, vor allem hinsichtlich der Lebensabschnitte.
Ein weiteres Ziel war eine gut koordinierte Zusammenarbeit im fünfköpfigen Projektteam.

Entwurf und Modelle
Zu Beginn unseres Abschlussprojektes entwarfen wir Zeichnungen und Skizzen, um uns eine Vorstellung für das bevorstehende Projekt zu verschaffen. Als geklärt war, welche Skizzen zu gebrauchen waren, fertigten wir kleine Plastilinmodelle im Verhältnis 1:24 an.

Holz herrichten
Nachdem die Modelle und Skizzen gewählt waren, begannen wir damit, das Holz für die gerundeten Platten herzurichten. Dieses musste zunächst zu praktischen Balken gesägt werden, welche anschließend gehobelt und auf einen Winkel abgerichtet wurden. Dabei musste darauf geachtet werden, dass die Kernseite immer abwechselnd nach innen und nach außen gerichtet war, um später das Reißen des Holzes zu verhindern.

Die einzelnen Balken wurden nun auf eine selbstgefertigte Form gelegt, die der Platte die nötige Rundung geben sollte, um anschließend mit starkem Schaumleim verleimt zu werden. Nach der Trocknungszeit von ca. 6-8 h konnte damit begonnen werden, die Platten von Leimrückständen mithilfe eines Schabers zu befreien und die Skizzen auf das Holz zu übertragen.

Grundform für Plattenverleimung
Mithilfe eines Projektors projizierten wir den Entwurf einer Platte auf ein großes dünnes Papier, zeichneten die wichtigen Konturen ab und konnten die Zeichnung so 1:1 mithilfe von Kohlepapier auf die Platten übertragen.

Vorarbeit
Nachdem dies bewerkstelligt worden war, konnte damit begonnen werden, mit der Motorsäge die verschiedenen Tiefen auf dem Relief vorzuschneiden und das überflüssige Holz so recht zügig wegzuschlagen. Der dargestellte Himmel ist am tiefsten eingeschnitten, die Berge sind einige Zentimeter höher, die Bäume noch höher. Die dargestellten Figuren wurden nicht mit der Motorsäge vorgeschnitten, da sie im Vordergrund des Reliefs dargestellt sind.

Die einzelnen Reliefs
Kindheit – Keim
Hier ist ein Kind und ein junger Zirbenbaum zu sehen um den Beginn eines Lebenszyklus darzustellen. In der Hand des Knaben befindet sich ein kleines Stöckchen als Zeichen der kindlichen Unbeschwertheit

Jugend – Blüte
Die Jugend, von einer hübschen jungen Frau symbolisiert, steht neben einem Zirbenbaum, in ihrer Hand hält sie ein Buch zum Zeichen der Bildung und dem Interesse an Neuem.

Lebensmitte – Ernte
Die Lebensmitte stellt eine Herausforderung dar, es ist eine Zeit der Arbeit und Entbehrung. Die dargestellte Figur hält als Symbol für die Ernte eine Säge und blickt nachdenklich auf den neben ihm zu sehenden ausgewachsenen Zirbenbaum

Alter – Vergehen
Ein alter Mann lehnt sich an eine abgestorbene Zirbe, er blickt in die Ferne und scheint seinen Lebenslauf nochmals Revue passieren zu lassen.

Die Schriftplatte
Die Schrifttafel im Inneren des Aussichtsturmes mit einer Inschrift, die das Thema Mensch und Natur thematisiert, wurde zum Schluss angebracht. Die Errichtung erfolgte mithilfe eines Kranes, jede Platte musste mithilfe einer Wasserwaage exakt ausgerichtet werden. Sobald die Holzreliefs die exakte Position hatten, konnten sie mit Schrauben fixiert werden.

Resümee
Das fertige Projekt ist nun das neue Wahrzeichen Jerzens und kann dort im Dorfzentrum vor dem Gemeindehaus bewundert werden.