Ausstellungsstück Laubbaum

Maler, Vergolder & Schriftdesign
Projektteam:
Jasmin Gabl, Theresa Lechleitner
Begleitlehrer: FL Josef Trostberger

Aufgabenstellung
Aufgabe war es, in Partnerarbeit die Techniken anzuwenden, die man am besten kann oder am liebsten ausführt und sie so miteinander zu verknüpfen, dass ein gemeinsames Projekt entsteht.Wir wählen Techniken aus den Fächern Kunsthandwerk und Vergolden, in Verbindung mit Schrift und kleinen Entwurfarbeiten am Computer. Zielsetzung
Anlässlich des neuen Marketingkonzeptes unserer Schule wollten wir ein besonderes Ausstellungsstück gestalten. Ganz im Zeichen des Leitsatzes dachten wir uns, die Wurzeln mit dem Schullogo zu verbinden und sind auf den Baum gestoßen, der tief verwurzelt im Leben steht und in seiner Krone symbolisch die Schule trägt.Gleichzeitig wollten wir den Besuchern unserer Schule die Techniken eines Vergolders näher bringen. Um das Logo mit dem Baum zu verbinden, vergoldeten wir die Blätter, die das Logo umranken. Das Dreieck selbst gestalten wir in Weißpoliment, aufgelockert mit Vergoldertechniken, wie Gravieren, Schraffieren oder Tremolieren.

Entwürfe
Skizzen: Um die Form des Baumes und die Gestaltung der zu vergolden Elemente Festzulegen, machten wir anfangs einige Skizzen, um Ideen zu sammeln. Es entstanden unterschiedlichste Arten und Formen von Bäumen.Wir entschieden uns für die Variante mit dem Schullogo auf dem Ahornbaum, bei dem wir unser Potential unserer Meinung nach am besten ausschöpfen können.
Baum:  Der endgültige Entwurf wird ausgearbeitet. Dabei ist zu beachten, die Form des Baumes möglichst natürlich zu halten. Die Größenaufteilung der Wurzeln, der Krone und des Stammes sollte harmonieren. Dies ergab jedoch einige Schwierigkeiten, da der Entwurf klein harmonisch wirkte, vergrößert stellte sie jedoch heraus, dass die Krone zu schwer war. Schlussendlich verlängerten wir den Stamm und die Wurzeln. Ausgeschnitten wirkte die Krone dann wieder zu klein, sodass wir sie erweitern mussten. Im Endeffekt war es eine gute Lösung, da dadurch mehr Plastizität entstanden ist.
Logo:Die Aufgabe hierbei war es, das Logo mit dem Baum zu verbinden. Anfangs wollten wir das gesamte Dreieck aus Blättern formen. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass man das Logo dann vielleicht nicht erkennen könnte. Wir Entschieden uns, das Logo nur teilweise mit Blättern zu gestalten und den Rest mit einer anderen Technik hervorheben.

Arbeitsablauf Baum
Der Entwurf wird mit Hilfe des Episkops vergrößert, und auf Papier gezeichnet. Um die Umrisse des Baumes auf die Holzplatte zu übertragen, werden die Konturen des Baumes mit einem Pausrad gelocht. Mit einem Beutel, der mit Asche gefüllt ist, wird der Baum auf die Holzplatte gepaust und die Linien gegebenfalls mit Bleistift nachgezogen. Mit einer Stichsäge wird der Baum ausgeschnitten und die Kanten werden anschließend gebrochen (=abgerundet).
Imitationsmalerei
Bevor der Stamm und die Krone plastisch gestaltet werden. Wird er auf der Vorder- und der Rückseite mit Außendispersion grundiert. Es ist ratsam, die weiße Dispersion bereits jetzt leicht mit Volltonfarbe abzutönen. Der nächste Schritt besteht darin, die Farben des Stammes und der Blätter zu mischen. Es wird von einem Grundton ausgegangen, der dann heller und dunkler abgetönt wird, um Licht und Schatten zu imitieren. Des Weiteren sind Farben der Erde, die Ränder der Platte und die Spruchschleife zu mischen. Ebenfalls in den verschiedenen Helligkeitsstufen. Das Einzeichnen von Hilfslinien im Vorhinein erleichtert das bevorstehende plastische Malen. Ein dreidimensionaler Effekt ist das Ziel.
Schriftschleife
Um den Stamm soll sich eine luftige Pergamentschleife wickeln, auf der der Leitspruch der Schule steht. Gleich wie der Stamm und die Äste wird diese plastisch mit Hilfe der verschiedenen Helligkeitsstufen gemalt. Der Text wir mit einem Plakatschreiber geschrieben. Auf jeden Fall sollte man für die einzelnen Wörter eine Einteilung machen, um gleichmäßige Abstände und eine ausgeglichene Aufteilung zu ermöglichen. Als letzten Schritt stehen Ausbesserungen an Blättern, Wurzeln und Ästen an.
Arbeitsablauf Logo
Grundieren:  Für die Poliment-Glanzvergoldung braucht man einen elastischen Untergrund. Dazu werden mehrere Schichten Kreide, gebunden mit Leimen, aufgetragen. Die erst Schicht ist Idealkreide mit Knochenleim. Die harte Schicht verhindert das Durchscheinen der Holzmaserung. Anschließend werden 2bis 3 Schichten Bologneserkreide mit Hautleim aufgetragen. Bologneserkreide ist totgebrannter Gips. Sie ist sehr elastisch und weich – also ein idealer Grund zum Polieren. Die Blätter auf dem Logo sollten sich abheben, darum werden sie aufgesetzt. Ein Gemisch aus Bologneserkreide und Moltofil wird plastisch auf die nasse Grundierung aufmodelliert, nach kurzer Trockenzeit mit etwas Wasser glattgestrichen und frühestens am nächsten Tag geschliffen. Auf das gesamte Logo werden nun 6 bis 7 weitere Schichten Kreidegrund aufgetragen dabei ist zu beachten, dass die ersten drei Schichten immer durchtrocknen und mit einem Borstenpinsel wieder neu angerieben werden. Die letzten 3 bis 4 Schichten müssen nass in nass so glatt wie möglich aufgestrichen werden Die Fläche wird mit einem sehr feinen Schleifpapier (Körnung 220) komplett durchgeschliffen.
Poliment: Das Poliment, oder auch Bolus, ist eine Tonerde, welches durch seine Fettigkeit und Saugfähigkeit ein idealer Träger für das Gold darstellt. Es wird fein gerieben und mit Hautleim abgebunden. Bei der Herstellung und Verarbeitung muss absolut staubfrei gearbeitet werden. Jedes Körnchen Staub oder Schmutz könnte beim Polieren den Glanz beeinträchtigen oder die dünne Goldschicht beschädigen.
Gold:  Der erste Schritt nach dem Auftrag des Poliments nennt man Anschießen. Die Netze, wir verwenden 30-35% Schnaps, wird auf die Fläche aufgestrichen, wodurch der Hautleim etwas angelöst wird. Das geschnittene Gold wird mit einem Feehaaranschießer (=Pinsel aus den Haaren eines Eichhörnchens) aufgehoben und auf die benetzte Fläche gelegt.Die Trockenzeit ist schwer abzuschätzen, da sie abhängig vom Grund, der Luftfeuchtigkeit und der Raumtemperatur ist. Ist der Grund noch zu feucht, wird er beschädigt, ist er bereits zu trocken, wird die Qualität des Glanzes geringer. Wenn es sehr trocken oder der Grund schon älter ist, kann man ein wenig Hautleim in der Netze die Trockenzeit hinauszögern.
Polieren
Zum Polieren wird ein Halbedelstein- der Achat- verwendet. Er sollte sauber sein, da es sonst unschöne Kratzer im Gold gibt. Poliert wird mit viel druck. Wichtig dabei ist, alle Stellen zu polieren, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten. Dabei wird die Oberfläche verdichtet, wodurch der Glanz entsteht und das Gold am Untergrund haftet.
Weißpoliment
Auch Porzellanimitation. Wie das Gelbe und Das Rote Poliment wird das Weißpoliment mit Hautleim abgebunden und mit destilliertem Wasser verdünnt. Durch Zugabe des Pigmentes Titanweiß, erhält man ein besonders Weißes Ergebnis und durch Venezianerseife lässt es sich besser polieren. Man streicht 3 bis 4 Schichten auf den sauberen Kreidegrund und poliert es anschließend, oder lässt es matt. Ich verwende zur Auflockerung und als Gestaltungselement einige Verzierungstechniken, wie Wuggeln, auch Tremolieren), Gravieren und Schraffieren.
Mattgold
Anstelle von Gold verwende ich Messing, da es um ein vielfaches günstiger ist. Die Verarbeitung ist wesentlicher einfacher. Auf einem mit gelber Farbe vorgelegten Grund wird eine dünne Schicht Wassermixtion, auch Vergoldermilch, aufgetragen. Nach mindestens 20 Minuten kann man das Messing zurechtschneiden, mit der Hand auf die festgelegten Flächen legen und mit Watte polieren. Zum Schutz vor Oxidation wird es mit Zaponlack überzogen.

Intersienplatte
Eine zusätzliche Platte mit vielen Flächen in denen verschiedene Holzarten imitiert werden. Diese wurde während des Projektes entworfen, da zu wenig kunsthandwerkliche Arbeiten gegeben waren und ich so nicht genügend Stunden erreichen hätte können. Der Entwurf wurde nicht wie die anderen mit Hand gezeichnet, sondern mit Hilfe des Zeichenprogrammes Coral Draw am PC angefertigt.

Arbeitsablauf Intarsienplatte
Die Holzplatte wird in den richtigen Maßen zugeschnitten, ihre Kanten werden gebrochen und die Oberfläche angeschliffen. Als Grundierung wird gelbe Acrylfarbe für den Außenbereich verwendet. Ist die Grundierung trocken, werden mit Bleistift die Linien und Flächen eingezeichnet und abgeklebt.  Um die verschiedenen Holzarten zu imitieren, verwendet man eine auf Bier basierende Lasur, die dünn in mehreren Schichten mit verschiedenen Pinseln aufgetragen wird. Der Maserboy, der Dachshaarvertreiber und der Schlägerpinsel sind wertvolle Hilfsmittel bei der Holzimitation.Sind die einzelnen Flächen gestaltet, wird mit dem Text in der Mitte begonnen. Der wird vom Plotter aus Lackierfolie ausgeschnitten und anschließend in der Mittelfläche der Platte platziert. Mit der Schriftfarbe überstreichen und die Folie abziehen. Um das Gesamtbild aufzuwerten, werden die verschiedenen Flächen mit Hilfe des Malstockes einliniert. Die Gleichmäßigkeit der Liniendicke ist hier ausschlaggebend. Um der Platte Glanz zu verleihen und sie optisch aufzuwerten, wird sie mit Klarlack auf Kunstharzbasis überstrichen. Nach der Trocknung in einem staubfreien Umfeld, können auf der Rückseite zwei Aufhänger befestigt werden.