Der Zirkus

Bildhauer + Maler, Vergolder und Schriftdesign
Projektteam: Alexandra Defrancesco,  Frederic Dreier,  Melissa Klotz
Begleitlehrer: FL Josef Trostberger

Zirkus

Projektinhalt
In unserem Projekt „Zirkus“ befinden sich zwei  Figuren. Es werden ein Dompteur und ein Jongleur in der Größe von 40 cm dargestellt die vor zwei großen Platten im durchmaß von einmal 90cm x 120cm und 90cm x 50cm stehen, auf denen die Manege mit dem zum Dompteur gehörenden Löwen  zu sehen ist. Der Dompteur wird mit erhobenen Arm und  einer Peitsche in der Hand in Schrittstellung aus Holz geschnitzt und anschließend passend zum Hintergrund bemalt. Der Jongleur wird mit Bällen jonglierend ebenfalls geschnitzt und bemalt. Im Vordergrund der Platten sind Vorhänge zu sehen und nach hinten wird, wie schon zuvor erwähnt die Manege dargestellt. Die Bodenplatte wird abgerundet damit sie zur Manege passt. Modellieren
Zu Beginn wird die Halterung Für das Modell Hergerichtet, welches aus einer Bodenplatte und einer Stange besteht. Die Stange etwas sollte kleiner als das Modell sein. Anschließend werden mehrere Löcher in Höhe des Brustkorbs und zwei für Arme und Beine gebohrt. Durch die  Löcher im Brustkorb wird ein Draht eingefädelt und festgezogen, dies ist dafür da, dass das Plastilin einen richtigen Halt haben kann. Durch die Löcher für die Arme und Beine wird ebenfalls ein Draht durchgesteckt und in die richtige Position  und Form Gebracht. Das ist notwendig damit die Arme und Beine überhaupt in Position bleiben. Sobald das Gestell fertig ist kann man mit dem modellieren beginnen. Zuerst wird die Figur nackt modelliert damit man die Formen richtig erfassen kann. Es ist wichtig, dass man ein paar Anatomiebücher zur Hand nimmt um sich die Bewegungen ansehen zu können. Wenn man damit zufrieden ist wird die Draperie (Kleidung) auf modelliert.

Schnitzen
Bevor man mit dem Schnitzen beginnt wird zuerst das Modell abgemessen und ein passendes Holzstück hergerichtet. Dies wird je nach Größe aus einem Teil oder aus mehreren Teilen zusammen geleimt. Anschließend wird die grobe Form der Figur aufgezeichnet und die Konturen werden mit der Bandsäge ausgeschnitten. Unten an der Figur sollte immer ein Sockel in der Größe von mindestens 5cm bleiben damit man sie mit der Figurenschraube am Tisch befestigen kann. Danach wird zuerst die fordere Seite angehauen und zwar erst in groben Flächen und anschließend werden die Formen richtig erfasst jedoch noch etwas größer gehalten, damit man noch ein wenig Spielraum behält. Sobald das der Fall ist kann man mit dem Hinterschneiden beginnen. Dabei arbeitet man sich von oben nach unten. Anschließend werden noch die Feinarbeiten ausgearbeitet und sauber nachgeputzt.

Fassen
Zuerst wurden die Äste ausgebrannt und anschließend schellackiert. Sobald der Schellack trocken war wurde die Figur deckend mit Grundierweiß grundiert. Anschließend werden die Stellen, die Metallisiert werden mit Vergoldermilch eingestrichen. Nach einer Viertelstunde kann das Schlagmetall aufgetragen und mit einem Wattebausch fixiert werden. Als nächstes werden die Hautflächen deckend angemalt und dann die Haare eingearbeitet. Danach werden Wangen und Augen ebenfalls eingearbeitet und als letztes werden die Augenbrauen auf gemalt. Sobald das Gesicht fertig ist wird die Kleidung bemalt.

Das Grundieren
Nach dem Anfertigen eines Entwurfes und dem Zusammensetzen der Grundplatten beginnt man mit dem Grundieren. Dazu erfolgt zuerst das Leimtränken mit Knochenleim im Verhältnis 1:10. Anschließend habe ich eine Schickt Idealkreide, bestehend aus 1:5er-Knochenleim und Indealkreidepulver, aufgetragen. Um eine möglichst realistische Draperie zu erhalten habe ich anschließend einen groben Leinenstoff in dicken Knochenleim eingetaucht, auf dem Hintergrund in Form gebracht und trocknen gelassen, sodass ein fester Untergrund entstanden ist. Der nächste Schritt war der Aufbau eines klassischen Kreidegrundes. Dazu folgte zunächst wieder eine Schicht Idealkreide, anschließend habe ich die Grundform des Löwen mit einer Mischung aus Idealkreide und Moltofill aufgekittet und anschließend alles mit sieben Schichten Bologneserkreide, bestehend aus Hautleim und Bologneserkreide (totgebrannter Gips) aufgetragen. Die ersten drei Schichten werden dabei angerieben, die folgenden mit einem Haarpinsel glatt aufgestrichen. Nun folgte ausgiebiges Nass- und Trockenschleifen, um eine möglichst glatte Oberfläche zu erreichen. Zu guter Letzt habe ich den Schriftzug der Manege mit Kreidegrund und einer kleinen Flasche aufgesetzt, sodass er plastisch hervorsteht. Damit war das Grundieren abgeschlossen. Nachdem ich also die Linien des Löwen mit einem Graviereisen nachgezogen hatte konnte ich mit dem Vergolden beginnen.

Das Vergolden
Der erste Schritt für das Vergolden war das Entfetten des Untergrundes mit Spiritus. Dies ist notwendig, um eine schöne Goldoberfläche zu erzielen. Anschließend muss man das Poliment vorbereiten. Es besteht aus Bolus, einem fetthaltigen Tonerdepigment, welches in einem Mörser fein gerieben wird, Hautleim und destilliertem Wasser. Zuerst kommt eine Schicht gelbes Poliment großzügig auf die zu vergoldenden Flächen, anschließend wird das rote Poliment nur an den Stellen aufgetragen, die Glanzvergoldet werden sollen. Jene, die matt bleiben sollen werden mit einer Mischung aus Wasser und Hautleim ausgeleimt, um dem Mattgold eine bessere Haftung zu ermöglichen. Anschließend nimmt man sein Vergolderwerkzeug zur Hand und schießt an. Dies bedeutet, dass man die Gold- und Silberblättchen mit Netze (Schnaps) auflegt und das Silber, sowie das Mattgold nach 1-2 Minuten mit einem Wattebausch andrückt. Nach einiger Trockenzeit macht man mit dem Polierstein an den zu polierenden Flächen eine Klopfprobe. Klingt es dumpf, ist es noch zu nass. Wenn es dabei hohl klingt, dann poliert man mit Druck mit dem Achatpolierstein über die gesamte Fläche, lediglich das Mattgold wird ausgespart. Der letzte Schritt ist das sogenannte niedernetzen. Mit Netze und Hautleim wird das Mattgold befestigt. Dies ist notwendig, da es nicht poliert wird, was das Glanzgold in den Untergrund
drückt, daher ist eine zusätzliche Befestigung vonnöten.

Das Bemalen und Metallisieren
Nachdem das Gold vollständig bearbeitet war, habe ich die oberen Vorhänge mit mehreren Schichten Plakafarbe (Kaseinfarbe) eingestrichen und anschließend mit einem Achatpolierstein poliert, um Glanz zu erzeugen. Anschließend habe ich die restlichen Vorhänge mit Dispersionsfarbe bemalt. Der nächste Schritt war das Aufpausen der Manege mittels Kohlepapier, sowie das anschließende Metallisieren und Bronzieren der Manege und des Schriftzuges. Dazu wird ein spezielles Klebemittel, die sogenannte Vergoldermilch auf die zu Metallisierenden Flächen aufgetragen. Nach 15 Minuten Trocknungszeit kann man das Schlagmetall auflegen oder das Bronzepulver (Metallpulver) mit einem Pinsel aufstauben. Metalle, die nach einer Weile oxidieren bekommen noch einen Schutzüberzug mittels Acryllack. Ich habe das Schlagmetall bei meiner Arbeit absichtlich oxidiert, um einen zusätzlichen Effekt zu erzielen, indem ich es über eine Wärmequelle gehalten habe, wodurch es in den verschiedensten Farben zu schillern beginnt. Danach folgte das Auftragen der Muster auf die Stühle und Vorhänge. Diese habe ich mit Zaponlack aufgetragen. Als nächstes folgte das bemalen der restlichen Manege mit Dispersionsfarben, sowie das akzentuieren des Löwen mit Lüsterfarbe. Zu guter Letzt folgten das Befestigen der beiden Figuren, sowie das Sandeln der Manege. (Bekleben mit Sand)