Ein Tag am Strand

Bildhauer
Projektteam: Lars-Eric Zornow, Dries Pirlet, Hannes Mengl, Josef Schiffmann, Daniel Fiser, Nikolai Hartmann, Vincent Thiel
Begleitlehrer: FL Josef Jehle

Jeder Absolvent fertigt eine naturalistische Figur von 40 bis 50 Zentimeter an. Hierbei steht die Figur im Vordergrund und nicht eine tiefgründige Philosophie. Jede Einzelne Figur wird  an einem sommerlichen Badetag, in der gegenwärtigen Zeit (21. Jahrhundert) ausgeführt. Das heißt zu einem, dass Personen kommunizieren und zum anderem, eine Tätigkeit ausführen. So entsteht bei jedem eine einzelne Geschichte, die wiederum zusammen eine geschlossene Erzählung erzählt. Die einzelnen Figuren werden anschließend paarweise oder einzeln auf einem Sockel befestigt, bei dem die Figur lasiert wird oder im naturalistischen Zustand bleibt. Zielsetzung
Unser gemeinsames Ziel war es, dass erlernte Handwerk aus den letzten vier Jahren so gut wie möglich darzustellen. Dabei war es uns wichtig, dass Projekt zusammen zu gestalten und trotz der Leistungsunterschiede eine ordentliche und saubere Arbeit abzuliefern.

Entwurf und Modelle
Wie zu jeder anderen Arbeit auch, fertigten wir kleine Skizzen an. Anschließend um uns die einzelnen Situationen zu veranschaulichen, stellten sich einige Schüler zur Verfügung, sodass wir von einzelnen Kompositionen Ausschnitte fotografierten konnten. Mit Hilfe der Fotos, entstand nochmals eine Proportionszeichnung, nach dem das Plastilinmodell im Maßstab 1:1 entstand.

Anfertigen der Rohlinge
Das Anfertigen unserer Rohlinge, war nur ein kleiner Bestandteil vom Projekt. Abhängig von der Größe des Modells, musste das Holz entweder verleimt werden oder konnte aus einem Stück entstehen.

Anfertigung

Nachdem das Holz hergestellt war, konnte der eigentliche Schnitzvorgang beginnen. Wie bei jeder Arbeit wurden zuerst mit Zugabe (1 cm) die Konturen festgelegt, um anschließend die Außenlinien auszuschneiden. Danach folgte das Anhauen in die Tiefe, um daraufhin mit den allgemeinen Arbeitsschritten Kopf, Hals und Schultern zu beginnen. Nachdem die groben Formen und Proportionen festlagen, konnte das ausarbeiten beginnen.

Kolorieren
Bei dem Kolorieren einigten wir uns darauf, nur bestimmte Flächen bzw. Formen farblich zu gestalten. Das heißt die Kleidungsstücke sowie weitere Teile wurden vom jedem lasiert.

Der Surfer und die Sonnenanbeterin – Lars-Eric Zornow und Josef Schiffmann
Unsere Gruppe die aus einem Surfer und einem liegenden Halbakt besteht, erzählt eine typische Situation von einem sommerlichen Tag am Strand. Die Frau, die sich gerade in die Sonne gelegt hat und vor sich dahin Träumt, wird gerade von ihrem Freund angesprochen. Dieser erklärt ihr, dass er für längere Zeit in die gezeigte Richtung Surfen geht. Ihre Person nimmt eine in sich ruhende Komposition ein, im Vergleich zu ihm, der in einer klassischen bewegten Kontrapost Stellung dargestellt ist.

Der Frisbeewerfer – Hannes Mengl
Als wir uns für das Thema „Die Strandszene“ entschieden hatten, überlegte ich mir, was relativ häufig am Strand zu sehen ist. Ich entschied mich für einen Frisbeespieler, der gerade in Abwurfhaltung da steht. Mit seiner rechten Hand greift er die Frisbeescheibe und hält sie in gespannter Haltung vor seinem Bauch. Den linken Arm  hält er leicht von seinen Körper entfernt, um dabei Schwung zu holen. Gleichzeitig schaut er über seine rechte Schulter und blickt dabei zu der gegenüberstehenden Figur, die den Frisbee fangen soll.

Der Frisbeefänger – Daniel Fischer
Da unsere Abschlussklasse sich für das Thema ’’Strandszene’’ entschlossen hat, und wir die freie Wahl hatten einen Entwurf anzufertigen, hatte ich die Idee, als Gegenstück zur Figur die den Frisbee wirft, den Frisbeefänger dazu zu erarbeiten. Die Figur steht daher in der Fangposition  bereit, indem sie den rechten Fuß leicht angewinkelt positioniert hat und der linke Fuß weiter hinten steht, dazu ist der Fuß leicht gedreht. Die Figur streckt die Arme aus, um den Frisbee zu fangen. Die Figur ist mit einem T-Shirt und einer Badehose bekleidet, die mit Acrylfarbe bemalt wurden.

Die Junge Mutter  – Dries Pirlet
Meine Figur ist eine junge Mutter, die mit ihren Sohn einen gemütlicher Tag am Strand verbringt. Wie viele junge Mütter heutzutage, ist auch sie Single. Ihre Aufmerksamkeit schweift darum auch oft in die Richtung des Frisbeefängers. Sie würde gerne kurz zu ihm rüber gehen und ein bisschen flirten, doch ihren Sohn kann sie nicht alleine lassen. So bleibt sie hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen und mütterliche Pflichten.

Der junge Strandkünstler – Nikolai Hartmann
Mein Teil des Projektes stellt ein Kind dar, das ungefähr 12 Jahre alt ist. Das Motto für diese Figur lautet „Strand-Künstler“. Ich will mit dieser Figur aussagen das Kunst und Phantasie ein wesentlicher Teil des Erwachsenwerdens ist. Kinder sind die Gesellschaft von Morgen und da der Kreative Teil am Strand oder im Sandkasten zu wachsen beginnt sollte jedem Kind der Zugang zu dieser Aktivität ermöglicht werden. Zu Beginn zeichnete ich wie immer einen Entwurf. Es benötigte ein Dutzend Skizzen um eine Idee für meinen Entwurf zu finden. Danach fotografierte ich meinen Cousin von einigen Seiten. Diese Fotos sind unverzichtbar um ein naturalistisches Modell zu modellieren. Da ich einiges an Kritik einstecken musste, dauerte das Ganze etwas länger – jedoch habe ich im Laufe der vier Jahre gelernt mit Kritik richtig umzugehen und konnte sie somit verwenden, um das Anatomische und Optische zu Verbessern. Natürlich versuchte ich auch meine Figur an die Figuren meiner Klassenkameraden anzupassen, weil das Gesamtbild ebenfalls eine Rolle in der Bewertung ist. Als das Modell beinahe fertig modelliert war, verleimten wir das Holz gemeinsam in der  Tischlerei. Ohne mit der Bandsäge vorzusägen, klopfte ich die gesamte Figur aus einem Stück.

Die Meerjungfrau  – Vincent Thiel
Bei der Auswahl der figürlichen Darstellung des Themas „Strandszene“ entschied ich mich für eine Meerjungfrau. Das Motiv bot sich einerseits dadurch an das ich als Hamburger schon seid meiner Kindheit die Mythen  und Geschichten der Seemänner unterbewusst mitbekommen habe. Natürlich ist durch die Nähe zum Meer, auch eine gewisse Bindung ans Gewässer und seine Bewohner entstanden. Zum anderen war es mir auch wichtig bei der Arbeit meine eigenen Interessen (z.B. zum Thema Fabelwesen) durchzusetzen. Was würde sich deshalb besser als Strandfigur anbieten als ein Fabelwesen: halb Mensch, halb Fisch. Die Meerjungfrau sitzt aufrecht auf einem Felsen in der Brandung und schmiegt sich mit ihrer Flosse an den Fels an. Ihr Oberkörper ist leicht, verführerisch nach hinten gebogen. Dabei fährt sie sich mit den Fingern durchs Haar. Die Meerjungfrau wollte ich als Figur  darstellen, da Meerjungfrauen ja nicht in der Wirklichkeit existieren, es aber öfter mal an einem Strand eine Skulptur gibt, wie zum Beispiel die Meerjungfrau von Kopenhagen.