Scheinwelt

Bildhauer
Projektteam: Mareike Lemke, Anna Birnbaumer
Begleitlehrer: FL Josef Jehle

Projektinhalt
Die Sehnsucht des Menschen nach Zuwendung, Anerkennung und Liebe sind so alt, wie die Menschheit selbst. Kein Lebensalter ist davon befreit. Diese Sehnsucht gehört zu den Urempfindungen des Menschen und ist ganz natürlich, bringt sie doch das menschliche Wesen in seiner Entwicklung voran.
In exzessiver- manischer Form hingegen wirkt sie destruktiv und kann bis zur Selbstzerstörung führen. Lebensweisen wie Magersucht und Fettsucht sind nur zwei Ausdrucksformen exzessiver- manischer Sehnsüchte. Die Szenerie zeigt zwei ca. 40 cm große Figuren (weiblich), aus Zirbenholz gearbeitet, die sich gegenüberstehen. Zwischen den Figuren steht ein 45 cm großer Spiegel, der den beiden Akteuren durch unterschiedliche Anordnung der Spiegelfläche (konvex und konkav) nur unrealistische Bilder, nur eine Scheinwelt von sich zeigen. Die Figuren sind auf sehr altem, verwitterten Holz angeordnet, das als Symbol für eine harte Realität steht, aus der wir alle nicht oder nur temporär ausbrechen können. Zielsetzung
Verstärkt durch die Medien wird der jüngeren Generation ein „krankes“ Schönheitsideal eingepflanzt. Dieses Schönheitsbild führt zu oberflächlichem Denken und die Seele kann verkümmern. Die Persönlichkeit des Menschen selbst wird oft vergessen. So möchten wir auf dieses Extrem in der modernen Zeit aufmerksam machen.

Arbeitsaufteilung
Mareike Lemke: Entwurf; Dokumentation, Modellieren, Schnitzen
Anna Birnbaumer: Entwurf, Dokumentation, Modellieren, Schnitzen, Powerpoint-präsentation

Entwurf und Modelle
Zu Beginn unseres Abschlussprojektes entwarfen wir Zeichnungen und Skizzen, um uns eine Vorstellung für das bevorstehende Projekt zu verschaffen. Als geklärt war, welche Skizzen zu gebrauchen waren, fertigten wir die Modelle 1:1.

Holz herrichten und aufzeichnen
Als wir mit dem modellieren unserer Figuren fertig waren hat uns Fachlehrer Josef Jehle das Holz zugeschnitten. Die Größe der Figuren beträgt 40 cm.

Schnitzen der Figuren

Die Fettleibige
Bei dieser Figur war darauf zu achten, nicht zu schmal und zu kantig in der Kontur zu werden. Schwierigkeiten bestanden darin, dass die Proportionen durch die Leibesfülle etwas nach unten verschoben sind. Es war außerdem eine Herausforderung Anatomische Merkmale herauszuarbeiten.

Die Magersüchtige
Bei der Magersüchtigen war darauf zu achten, wegen der fragilen Proportionen nicht zu „dick“ zu bleiben. Wichtig war hierbei die Merkmale der Magersucht herauszuarbeiten (Halspartie, Rippen, Hüfte und Beine)

Der Sockel
Für den Sockel verwendeten wir sehr altes verwittertes Holz. Die Unebenheiten, die Äste, das Verwitterte und das Farbenspiel des Holzes stehen für die Realität des Lebens.

Das Mädchen mir gegenüber blickt traurig,
ihre Augen sind leer.
Früher konnte man das Lächeln in ihnen sehen.
Ihre Haut wirkt so blass,
sie will schreien,
sie schaut mich an,
plötzlich rollt eine Träne
über ihr Gesicht.
Ich strecke meine Hand nach ihr aus
will sie trösten,
doch das einzige was ich berühre
ist der kalte Spiegel
gegenüber von mir.